Ein Foto wirkt auf dem Bildschirm kontinuierlich: Der Himmel zeigt weiche Verläufe, Haut besitzt feine Nuancen und Kanten sehen glatt aus. Ein digitales Rasterbild enthält jedoch weder „Himmel“ noch „Gesicht“ noch „Kante“. Es besteht zunächst aus numerischen Werten in einem Raster, die Browser, Grafiksoftware und Bildschirm in sichtbare Farben übersetzen.
Dieses Grundprinzip erklärt viele praktische Fragen: Warum wird ein Bild beim starken Vergrößern unscharf? Warum kann PNG Transparenz speichern? Warum können zwei Bilder mit denselben Pixelmaßen sehr unterschiedlich groß sein? Und warum ist das Umbenennen von .jpg in .png keine echte Konvertierung?
Wer Bilder für das Web vorbereitet, sollte deshalb zuerst verstehen, was überhaupt verarbeitet wird. Erst danach lassen sich Auflösung, Dateiformat und Kompression sinnvoll auswählen.
Ein digitales Bild ist eine Repräsentation
Eine Kamera speichert nicht „einen Baum vor einem Haus“. Ihr Sensor misst Licht. Aus diesen Messungen entstehen nach Verarbeitung, Farbinterpretation und Kodierung digitale Bilddaten.
Bei einem Rasterbild — auch Bitmap genannt — kann man sich das Ergebnis als Tabelle aus Zeilen und Spalten vorstellen. Jede Position enthält Informationen darüber, wie dieser Bildpunkt dargestellt werden soll.
Ein Bild mit 1.200 × 800 Pixeln enthält:
1.200 × 800 = 960.000 Pixel.
Ein Bild mit 4.000 × 3.000 Pixeln enthält zwölf Millionen Pixel. Daher stammt auch die Angabe „12 Megapixel“ bei Kameras: Ein Megapixel entspricht ungefähr einer Million Bildpunkte.
Mehr Pixel bedeuten aber nicht automatisch bessere Qualität. Die wahrgenommene Schärfe hängt ebenso von Optik, Fokus, Sensorrauschen, Verarbeitung, Kompression, Skalierung und der späteren Anzeigengröße ab.
Mit dem Bild-Metadatenleser lassen sich Abmessungen und weitere Dateieigenschaften direkt im Browser prüfen.
Was ist ein Pixel?
Das Wort Pixel stammt von picture element. Beim starken Zoomen erscheint ein Pixel oft als farbiges Quadrat. Diese Darstellung ist nützlich, aber technisch nur eine Visualisierung.
Im Bilddatensatz ist ein Pixel keine physische quadratische Fläche. Er ist vielmehr ein Abtastwert an einer bestimmten Rasterposition, dem Farb- und gegebenenfalls Transparenzwerte zugeordnet sind.
Ein Pixel besitzt daher keine universelle physische Größe. Dieselbe Datei mit 1.200 Pixeln Breite kann auf einer Website 300 CSS-Pixel breit dargestellt werden, auf einem hochauflösenden Bildschirm dichter erscheinen oder im Druck mehrere Zentimeter einnehmen.
Der Unterschied zwischen Dateiabmessungen, CSS-Größe und Pixeldichte wird ausführlicher im Leitfaden Welche Auflösung sollte ein Bild haben? erklärt.
Ein Farbpixel besteht aus mehreren Komponenten
Auf Bildschirmen ist RGB das gebräuchlichste Modell:
- R = Rot,
- G = Grün,
- B = Blau.
Bei 8 Bit pro Kanal stehen für jede Komponente 256 Werte von 0 bis 255 zur Verfügung.
Beispiele:
0, 0, 0ergibt Schwarz;255, 255, 255ergibt Weiß;255, 0, 0ergibt maximales Rot;255, 255, 0kombiniert Rot und Grün zu Gelb.
Drei Kanäle mit je 8 Bit ergeben 24 Bit Farbinformation pro Pixel. Damit sind theoretisch
256 × 256 × 256 = 16.777.216
verschiedene Kombinationen möglich.
Im Web können dieselben Farben etwa als RGB-, HEX- oder HSL-Werte notiert werden. Der Unterschied zwischen Farbmodell und CSS-Notation wird im Artikel RGB, HEX oder HSL: Welche Notation ist sinnvoll? erläutert. Mit dem Farbkonverter lassen sich die Notationen direkt ineinander umrechnen.
Farbkanäle lassen sich getrennt betrachten
Ein RGB-Bild kann als Kombination aus drei Intensitätsbildern verstanden werden: Rot, Grün und Blau. In einem einzelnen Kanal bedeutet ein heller Bereich, dass diese Komponente stark vertreten ist; ein dunkler Bereich trägt wenig dazu bei.
Viele Bildoperationen arbeiten genau auf dieser Ebene: Weißabgleich, Farbkorrektur, Kontrastanalyse, Filter oder Farberkennung verändern oder untersuchen Kanäle getrennt und setzen sie anschließend wieder zusammen.
Der Farben-aus-Bild-Extraktor analysiert nicht „JPEG“ oder „PNG“ als Farbe. Der Browser dekodiert die Datei zunächst in nutzbare Pixelwerte. Erst danach werden dominante Farben aus dieser gemeinsamen Darstellung berechnet.
Farbtiefe bestimmt die Anzahl möglicher Abstufungen
Bei 8 Bit pro Kanal sind 2⁸ = 256 Werte möglich. Bei 16 Bit sind es 2¹⁶ = 65.536.
Eine höhere Farbtiefe erlaubt feinere Zwischenstufen. Das ist insbesondere bei intensiver Bildbearbeitung wichtig, weil starke Helligkeits- oder Farbkorrekturen sonst sichtbare Abstufungen erzeugen können. Solche sichtbaren Stufen in einem eigentlich glatten Verlauf nennt man häufig Banding.
Mehr Farbtiefe erhöht allerdings auch die Datenmenge. Deshalb können Arbeitsdateien für Fotobearbeitung deutlich mehr Informationen enthalten als eine optimierte Webversion.
Drei Begriffe sollten nicht verwechselt werden:
- Farbtiefe: Wie viele Werte kann ein Kanal darstellen?
- Farbraum: Welche realen Farben werden diesen Werten zugeordnet?
- Dateiformat: Wie werden Daten strukturiert und komprimiert?
Der Alphakanal speichert Transparenz
RGB beschreibt nur die Farbe. Für Transparenz kommt häufig ein vierter Kanal hinzu: Alpha.
Alpha beschreibt die Deckkraft:
- vollständig transparent,
- teilweise transparent,
- vollständig deckend.
Bei 8 Bit Alpha stehen ebenfalls 256 Abstufungen zur Verfügung. Ein RGBA-Pixel enthält somit Rot, Grün, Blau und Alpha.
Das ist besonders bei Logos, Icons, Overlays und freigestellten Elementen wichtig. PNG und WebP können Transparenz speichern; klassisches JPEG nicht. Wer ein transparentes PNG in JPEG umwandelt, muss deshalb entscheiden, welche Hintergrundfarbe die transparenten Bereiche ersetzen soll.
