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Burn Rate und Runway: Wie lange reicht die Liquidität?

Verstehen Sie Burn Rate und Runway, Brutto- und Netto-Burn sowie die Grenzen einer einfachen Reichweitenberechnung.

Veröffentlicht 25. September 2026Lesezeit : 2 minVon Yann Bastien
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  1. Brutto-Burn und Netto-Burn beantworten unterschiedliche Fragen
  2. Die Runway übersetzt den Burn in Zeit
  3. Durchschnittswerte vorsichtig verwenden
  4. Runway ist keine Liquiditätsplanung
  5. Praktische Überwachung

Wenn ein Unternehmen mehr Liquidität ausgibt als es erwirtschaftet, helfen zwei einfache Kennzahlen bei der Einordnung: Die Burn Rate beschreibt, wie schnell Geld verbraucht wird, und die Runway schätzt, wie lange die vorhandene Liquidität bei gleichbleibendem Tempo reichen könnte.

Der Burn-Rate-und-Runway-Rechner verbindet beide Größen. Das Ergebnis ist jedoch ein Szenario auf Basis aktueller Annahmen und keine Vorhersage.

Brutto-Burn und Netto-Burn beantworten unterschiedliche Fragen

Der Brutto-Burn betrachtet in der Regel die operativen Auszahlungen einer Periode. Der Netto-Burn misst den tatsächlichen Rückgang der Liquidität nach Berücksichtigung operativer Einzahlungen.

Netto-Burn = Auszahlungen − Einzahlungen

Gibt ein Unternehmen in einem Monat 100.000 aus und nimmt 70.000 ein, beträgt der vereinfachte Netto-Burn 30.000.

Wichtig ist eine dokumentierte, konstante Definition, da Finanzierungsströme, Sondereffekte oder Investitionen je nach Analyse unterschiedlich behandelt werden können.

Die Runway übersetzt den Burn in Zeit

Eine vereinfachte Formel lautet:

Runway = verfügbare Liquidität / Netto-Burn je Periode

Bei 300.000 verfügbarer Liquidität und 30.000 monatlichem Netto-Burn ergibt sich eine vereinfachte Runway von 10 Monaten.

Das bedeutet nicht, dass nach exakt zehn Monaten kein Geld mehr vorhanden ist. Umsätze, Einstellungen, Jahreszahlungen oder Finanzierungen können die Entwicklung verändern.

Durchschnittswerte vorsichtig verwenden

Ein einzelner Monat kann ungewöhnlich hoch oder niedrig ausfallen. Mehrere aktuelle Perioden liefern oft ein robusteres Bild.

Ein historischer Durchschnitt kann aber einen Trend verdecken. Steigt der Burn Monat für Monat, kann ein Sechsmonatsdurchschnitt die künftige Runway überschätzen.

Runway ist keine Liquiditätsplanung

Die Runway unterstellt einen relativ stabilen Burn. Eine Liquiditätsplanung modelliert dagegen konkrete Ein- und Auszahlungen zu bestimmten Zeitpunkten.

Das ist besonders wichtig bei saisonalen Umsätzen, jährlichen Zahlungen, geplanten Einstellungen, Steuerterminen, Tilgungen, Finanzierungsrunden oder großen erwarteten Kundenzahlungen.

Praktische Überwachung

  1. festlegen, welche Cashflows in die Burn-Berechnung eingehen;
  2. Brutto- und Netto-Burn konsistent berechnen;
  3. mehrere aktuelle Perioden vergleichen;
  4. die Runway aus der verfügbaren Liquidität berechnen;
  5. bekannte künftige Änderungen separat modellieren;
  6. die Werte regelmäßig mit Ist-Daten aktualisieren.

Die Burn Rate zeigt, wie schnell Liquidität verbraucht wird. Die Runway macht daraus eine geschätzte Zeitspanne.

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